Fütterung für Legeleistung

Bestes Futter für Legehennen: Was im Alltag wirklich zählt

Beim Futter für Legehennen wird es oft unnötig kompliziert. Im Alltag braucht man meist kein perfektes Wunschbild auf dem Papier, sondern Hennen, die ordentlich legen, vernünftige Schalen haben und in guter Kondition bleiben.

Legehennen neben Futter und einem Korb voller Eier

Genau darum sollte man Futter eher nach dem Effekt auf die Hühnerschar beurteilen als nur nach einer schönen Zutatenliste.

Was ein gutes Legemehl oder Legefutter leisten muss

Ein brauchbares Futter muss im Grunde drei Dinge gleichzeitig schaffen: Energie für den Alltag, genug Eiweiß für die Legeleistung und eine vernünftige Mineralversorgung für die Schalen. Wenn einer dieser Punkte dauerhaft wackelt, zeigt die Hühnerschar das meist recht schnell.

Das beste Futter ist nicht das mit dem schönsten Marketing, sondern das, bei dem Legeleistung, Schalen und Kondition zusammen stabil bleiben.

Worauf ich eher schauen würde als auf Werbewörter

Ich würde zuerst auf Schalenqualität, Fressverhalten, Körperzustand und die Ruhe in der Legeleistung schauen. Ein Futter kann sich im Text toll anhören und trotzdem im Alltag nicht überzeugen, wenn die Hennen es selektieren, schlecht verwerten oder die Schalen schwächer werden.

Komplettfutter, Körner oder selbst gemischt?

VarianteStärkeRisiko
Komplettes LegefutterEinfach, konstant und alltagstauglich.Nicht jedes Produkt ist automatisch gleich gut.
Körnerbetonte FütterungWirkt natürlich und passt gut als Ergänzung.Als Hauptbasis oft zu unausgewogen für stabile Legeleistung.
Selbst gemischte RationFlexibel und individuell anpassbar.Leicht Fehler bei Mineralstoffen, Eiweiß oder Schalenversorgung.

Was ich in der Hühnerschar beobachten würde

Mich würden zuerst die Schalen interessieren, dann die Konstanz der Eigröße und schließlich die Kondition der Hennen. Wenn die Schalen dünner werden, die Hennen an Substanz verlieren oder die Legeleistung ohne klare Ursache kippt, lohnt sich ein genauer Blick auf die Fütterung.

Wann Selbstmischen funktioniert – und wann es riskant wird

Selbstmischen kann gut funktionieren, wenn man wirklich versteht, was in der Ration noch fehlen könnte. Genau hier gehen viele kleine Hühnerscharen aber daneben: Es sieht „natürlich“ aus, aber die Mineralversorgung oder das Gleichgewicht für die Legeleistung fehlt am Ende doch.

Darum ist eine selbst gemischte Ration nichts Schlechtes – sie verlangt nur mehr Disziplin, als viele zuerst denken.

Meine praktische Empfehlung

Wenn du den einfachsten stabilen Weg willst, nimm ein vernünftiges Komplettfutter als Basis und halte Extras kontrolliert. Wenn du selbst mischst, dann beobachte Schalen, Kondition und Legeverlauf sehr aufmerksam.

Wie ich einen Futterwechsel testen würde

Einen Futterwechsel würde ich nicht am gleichen Tag mit fünf anderen Änderungen verbinden. Wenn neues Legefutter kommt, bleibt der Rest möglichst stabil: gleiche Tränke, gleiche Fütterungszeit, gleiche Kalkquelle und keine plötzliche Umstellung im Stall. Sonst sieht man später nicht mehr, ob das Futter geholfen hat oder ob einfach Ruhe in die Gruppe gekommen ist.

Praktisch würde ich mir mindestens zwei Wochen Zeit geben. Die ersten Tage zeigen oft nur, ob die Hühner das Futter überhaupt mögen. Interessanter wird es nach einer Woche: Werden die Schalen gleichmäßiger? Bleibt die Kondition der Hennen stabil? Gibt es weniger Bruch? Wird der Kot sehr wässrig oder bleibt alles normal?

  • nicht jeden Tag eine neue Mischung ausprobieren,
  • Eierschalen, Gewichtseindruck und Gefieder beobachten,
  • Kalk oder Muschelgrit getrennt anbieten, wenn die Schalen schwach sind,
  • Legeleistung nicht nach drei Tagen beurteilen.

Woran man im Alltag gutes Futter erkennt

Gutes Futter merkt man nicht nur an der Zahl der Eier. Eine gute Ration zeigt sich auch daran, dass die Hennen nicht hektisch suchen, nicht ständig nur Körner herauspicken und nicht sichtbar abbauen. Die Tiere sollen satt wirken, aber nicht verfetten. Gerade bei kleinen Hühnerscharen sieht man das oft besser mit den Augen als in irgendeiner Tabelle.

Ich schaue besonders auf Schalenqualität, gleichmäßige Eigelbfarbe, ruhiges Fressverhalten und darauf, ob die Hennen nach der Mauser wieder ordentlich in Form kommen. Wenn ein Futter billig wirkt, aber die Schalen dünn werden, am Ende mehr Eier kaputtgehen und die Hennen schlechter aussehen, war es nicht wirklich billig.

25 kg Legefutter selbst mischen – eine brauchbare Ausgangsrezeptur

Körner aus dem eigenen Vorrat sind praktisch, aber Weizen und Mais allein ergeben noch kein Legefutter. Diese Mischung verbindet Energie mit Sojaextraktionsschrot, Futtererbsen, zwei Kalkkörnungen und einem exakt abgewogenen Mineralfutter.

Die Rezeptur gilt nur für gesunde, ausgewachsene Hennen in der Legephase. Junghennen brauchen eine andere Calcium- und Nährstoffdichte. Ein grüner Auslauf ist wertvoll, ersetzt aber weder Aminosäuren noch die sichere Versorgung mit Mineralstoffen.

Rezeptur für genau 25 kg

Zutat25 kg
Weizen, grob geschrotet7,625 kg
Mais, grob geschrotet5,000 kg
Sojaextraktionsschrot4,500 kg
Futtererbsen3,000 kg
Gerste1,000 kg
Hafer0,500 kg
Futterkalk, fein1,500 kg
Muschelgrit oder grober Kalk0,700 kg
Legehennen-Premix für 2,5 %0,625 kg
Rapsöl0,400 kg
Leinsamen0,150 kg

Bei üblichen Rohstoffwerten sind ungefähr 16,5–17% Rohprotein und rund 4% Calcium zu erwarten. Eine tatsächliche Analyse kann davon abweichen.

Was die Mischung ausgewogener macht

Futtererbsen liefern Protein, decken aber zusammen mit Getreide nicht automatisch alle essentiellen Aminosäuren. Sojaextraktionsschrot hebt Protein und Lysin an. Das passende Mineralfutter muss die laut Deklaration zugesagten Aminosäuren, Vitamine und Mineralstoffe ergänzen.

Zusätzliches Salz oder ein zweites Mineralfutter gehört nicht „zur Sicherheit“ hinein. Muschelgrit liefert Calcium; Magensteinchen aus Granit erfüllen eine andere Aufgabe.

Kräuter nur als kleine Zugabe

Je Ansatz sind 25 g Oregano, 25 g Knoblauchgranulat, 50 g Ringelblume, 50 g Brennnessel und 25 g Paprika möglich. Dafür 175 g Weizen abziehen. Das kann Aroma und Dotterfarbe beeinflussen, ersetzt aber weder Premix noch Behandlung.

Bei Mineralfutter entscheidet die Deklaration

Diese Tabelle darf nur mit einem Produkt verwendet werden, dessen aktuelle Deklaration ausdrücklich 2,5% Einsatzmenge nennt und für Legehennenrationen gedacht ist. Bei 0,5%, 1% oder 5% muss die gesamte Rezeptur neu berechnet werden. Für Biohaltung sind zusätzlich die jeweils geltenden Zulassungen zu prüfen.

Richtig mischen statt nur zusammenschütten

  1. Getreide und Erbsen grob schroten, nicht staubfein mahlen.
  2. Den Premix zunächst mit mehreren Kilogramm Sojaschrot zu einer Vormischung verarbeiten.
  3. Feinen Futterkalk und grobe Calciumteilchen zugeben und gründlich mischen.
  4. Rapsöl zuletzt langsam einlaufen lassen.

Futtermenge und Erfolgskontrolle

Als Startwert gelten etwa 105–120 g pro Henne und Tag. Körpergewicht, Leistung, Temperatur und Futterverluste verändern den Bedarf. Frisches Wasser muss jederzeit erreichbar sein.

Zwei Wochen lang Futteraufnahme, Reste, Eizahl, Eigewicht und Schalen beobachten. Leckerbissen und zusätzliche Körner unter etwa 10% der Tagesration halten. Trocken lagern und innerhalb von 4–6 Wochen verbrauchen.

A4-Rezept herunterladen

Die Karte lässt sich ausdrucken oder am Handy speichern. Alle Mengen ergeben zusammen 25 kg.

A4-Rezept für 25 kg selbst gemischtes Legehennenfutter

Fachliche Grundlage

Die Zielbereiche wurden mit den aktuellen Fütterungsempfehlungen für Hy-Line Brown und Lohmann Brown abgeglichen. Rohstoffanalyse und Produktdeklaration vor Ort haben Vorrang.

Piotr Markot

Autor

Piotr Markot

Geflügelhalter. Ich schreibe einfache, praktische Notizen aus dem Alltag mit kleinen Hühnerbeständen.

FAQ

Was ist beim Futter für Legehennen am wichtigsten?

Eine stabile Kombination aus Energie, Eiweiß und Schalenversorgung.

Können Hennen hauptsächlich von Körnern leben?

Sie können sie fressen, aber als Hauptbasis reicht das für stabile Legeleistung oft nicht aus.

Ist selbst gemischtes Futter immer besser?

Nein. Es kann gut sein, aber nur wenn es sauber ausbalanciert ist.

Woran merke ich, dass die Fütterung nicht gut funktioniert?

Schwächere Schalen, abfallende Kondition und unruhige Legeleistung sind typische Warnzeichen.

Worauf dieser Artikel basiert

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